Am 12. September 2001, ein Tag nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York, legitimierte der UN-Sicherheitsrat durch ihre Resolution 1368 den Entsendung von Soldaten nach Afghanistan. Sie betonten das „naturgegebene Recht zur individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung", das durch die Charta der Vereinten Nationen gedeckt ist und werteten in diesen Zusammenhang die Anschläge als bewaffneten Angriff auf die USA im Sinne von Art. 39,51 UN-Charta. Mit dem direkten Verweis auf Artikel 51 wurde dieser Krieg frühzeitig völkerrechtlich legitimiert, wobei man darüber streiten kann, ob diese Legitimation überhaupt durch die UN-Charta gedeckt gewesen sein konnte. Das Recht zur Selbstverteidigung könne eigentlich nur gegen einen Staat gerichtet sein, der eine Angriffshandlung bzw. ein bewaffneter Angriff zugerechnet werden kann. Doch Afghanistan hatte nicht angegriffen, Al Qaida tat es.Nun, lange 9 Jahre später tobt immer noch ein erbitterter und harter Kampf am Hindukusch. Die USA und ihre Verbündeten erleben so ziemlich das gleiche, was zuvor der Sowjetunion widerfahren ist. Der Afghanistankrieg ist aller gegenläufigen Meinung nicht mehr unter Kontrolle zu bringen und es werden überall Stimmen laut, die nichts lieber als den Abzug aus der Region wünschen. In einer Infratest dimap Umfrage vom April 2010, befürworteten 70% der Deutschen den Abzug aus Afghanistan, mehr als noch wenige Monate zuvor im September 09 (57%). Möglicherweise ein Grund für die Mächte, die für ein Fortbestehen des Krieges sind zu handeln und die Meinung der Öffentlichkeit zu beeinflussen?
Wikileaks veröffentlichte im März diesen Jahres ein Dokument der CIA, das eine PR Strategie für das kriegsmüde Deutschland vorschlägt. In dem heißt es man müsse der Bevölkerung klarmachen, dass eine Niederlage am Hindukusch eine Niederlage für die BRD bedeute, da sich die Hölle unter sich auftun würde und Tausende von Flüchtlingsströme, einen florierenden Rauschgifthandel und vermehrte Terroranschläge zu befürchten seien. Außerdem setzt die CIA auf den "Obama Factor" in Deutschland, da dieser wohl in unseren Augen etwas von Afghanistan und Außenpolitik verstehe und sehr beliebt bei der Bevölkerung sei.
Explizit seien, so heißt es, die deutschen Frauen kriegsmüder als die deutschen Männer. Deshalb wäre eine Medienoffensive geplant, in der gepeinigte afghanische Frauen ihre Angst vor den Taliban und ihre Hoffnungen äußern können. Wie so etwas wohl auszusehen hat können wir bei Spiegel Online nachschlagen....
Klar ist, was den Frauen in Afghanistan widerfährt ist aus menschenrechtlicher Sicht moralisch nicht zu vereinbaren. Dies aber als Aufhänger für die Fortführung eines Krieges zu nehmen, ist einfach nur widerlich. Die Argumentation, dass nach einem Truppenabzug Deutschland bzw. Europa mit einer Welle von Terroranschlägen übersät werden würde entbehrt sich mir jeglicher Logik. Wieso sollten die Taliban weiterhin Krieg gegen den Westen führen, wenn die westlichen Truppen nicht mehr ihre Regionen besetzen? Hört man etwa etwas von islamistischen Terroranschläge in Russland? Das würde nur Sinn machen, wenn die Geheimdienste weiterhin im verborgenen operieren würden und die Taliban dies wüssten. Außerdem war unter den Taliban der Opiumanbau weitestgehend verboten. (Link wegen öffentlich/rechtlichen Depublikationswahn nicht mehr vorhanden) und würden wir die armen Länder dieser Welt nicht so aussaugen wie wir es tun, würden sich nicht jährlich abertausende von meist jungen Menschen gezwungen fühlen den lebensgefährlichen Weg von ihrer Heimat nach Europa anzutreten.
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